Die Wurzeln des Orchestervereins Burgdorf reichen weit in die vornapoleonische Zeit zurück und zwar bis zur Entstehung des Collegium musicum im Jahr 1701. Die erstmalige Gründung eines Burgdorfer Orchestervereins erfolgte dann 1859. Schon bald aber fiel eine unbegreifliche Vereins- und Spielmüdigkeit über die Musiker her. Alle Bemühungen des Vorstandes zur Rettung des Vereins waren umsonst. So wurde der Orchesterverein 1868 aufgelöst, sein Inventar versteigert und der Erlös, ganze 200 Franken, wurde zu Gunsten eines später entstehenden Orchesters bei der Amtsersparniskasse einbezahlt. Aus einem Kränzchen von jungen Musikanten entwickelte sich ab 1875 ein Schüler-orchester und daraus eine Gymnasialmusik bzw. ein Knabenorchester. Wegen des frühen Todes des Dirigenten kam aber bereits 1881 das traurige Ende. 1884 konnte dann aber der neugegründete Orchesterverein sein erstes Konzert aufführen und es institutionalisierte sich daraus ein Ensemble von erwachsenen Freizeitmusikern. Das ist bis heute so geblieben. Seit 1990 steht der Orchesterverein unter der Leitung des Dirigenten Bruno Stöckli. Etwa 25 Aktivmitglieder, mehrheitlich Amateurmusiker:innen im besten Sinn des Wortes, üben einmal wöchentlich für die drei Konzerte im Jahr. Zwar wühlt der Orchesterverein liebend gern in den Mottenkisten von Barock, Klassik und Romantik, aber auch berühmte Melodien, Uraufführungen und moderne Musik gehören in seine Konzertprogramme. Gleichzeitig ist er bekannt für seine einzigartigen Ausflüge in musikalisches Neuland, wie in das der Film- und Volksmusik, des (Free) Jazz oder des Hip-Hop. 2022 brachte der Orchesterverein mit der Berner Rumpelrockband «Kummerbuben» das Programm «Iz mau Apokalypse» auf die Bühne. Immer wieder geht er Kooperationen mit anderen Burgdorfer Musikvereinen wie dem Konzertchor, der Stadtmusik oder dem Chor Cantabella ein.